
Alles beginnt damit, dass eines schönen Tages Mary Alice Young (Brenda Strong), geschĂ€tzte Hausfrau, Gattin von Paul (Mark Moses) und Mutter von Zach (Cody Kasch), in ihrem ordentlichen Haus hinter dem gepflegten Vorgarten in der Wisteria Lane an den aufgerĂ€umten Schrank geht, eine Pistole herausnimmt, sich an den Kopf hĂ€lt und abdrĂŒckt. Es wird sich herausstellen, dass sie allen Grund dazu hatte, aber zunĂ€chst sind die Nachbarn fassungslos - obwohl auch sie alle dunkle Geheimnisse hinter den adretten Fassaden haben.
Mary Alice Young schildert nach ihrem Tod als ErzĂ€hlerin aus dem Off das Leben und Doppelleben ihrer besten Freundinnen: Das ehemalige Model Gabrielle Solis (Eva Longoria) betrĂŒgt Ehemann Carlos (Ricardo Antonio Chavira) mit dem Teenager John (Jesse Metcalfe), muss aber feststellen, dass auch der Reichtum ihres Gatten nur auf Betrug basiert. Bree Van de Kamp (Marcia Cross) ist die makelloseste aller makellosen Hausfrau, die ihren Mann Rex (Steven Culp) und ihre beiden Kinder mit ihrem Perfektionismus in den Wahnsinn und die Familien- und Ehekrise treibt. Lynette Scavo (Felicity Huffman) war eine erfolgreiche Managerin, bis sie nach der Geburt der ersten zwei von vier höllischen Kindern ihre Karriere aufgab, was sie ewig bereut. Die geschiedene Susan Mayer (Teri Hatcher) stolpert von einem Missgeschick ins nĂ€chste, aus dem ihre vergleichsweise erwachsene 14 jĂ€hrige Tochter Julie (Andrea Bowen) sie dann herausholen muss. Susan verliebt sich in den mysteriösen Mike Delfino (James Denton), der sich als Klempner ausgibt. Ebenfalls in der Nachbarschaft leben die mĂ€nnermordende Edie Britt (Nicollette Sheridan) und die alte Schachtel Martha Huber (Christine Estabrook), die ihre Nase in die Angelegenheiten anderer Leute steckt, was ihr bald zum VerhĂ€ngnis wird.
Der Grund fĂŒr den plötzlichen Selbstmord von Mary Alice wurde nur ganz allmĂ€hlich im Lauf von vielen Folgen aufgedeckt. WĂ€hrenddessen taten sich immer neue AbgrĂŒnde hinter den scheinbar anstĂ€ndigen Fassaden der diversen Vorstadtbewohner auf, die sich alle in einem immer weiter ausfasernden KnĂ€uel aus alltĂ€glichen und auĂergewöhnlichen LĂŒgen und Geheimnissen verstrickten. Diese Elemente einer Hochglanz-Soap mischte Desperate Housewives mit dem schwarzen Humor von Six Feet Under, der ErzĂ€hlweise von Sex And The City und einer selbstironischen Haltung, die die Familienserie auch zu einer Parodie auf Familienserien machte.
Die ebenso innovative wie massentaugliche Kombination machte Desperate Housewives in den USA auf Anhieb zum erfolgreichsten Neustart seit vielen Jahren und zum landesweiten GesprĂ€chsthema. Die Serie schoss sofort auf den zweiten Platz der meistgesehenen Sendungen. Der Erfolg war so gewaltig, dass die Hauptdarstellerinnen schon nach vier Monaten Gehaltserhöhungen verlangten, was sich bis dato selbst Stars etablierter Quotengaranten ĂŒblicherweise frĂŒhestens nach einem, in der Regel erst nach mehreren Jahren trauten. Auch die Kritiker liebten die Desperate Housewives. Dem Vergleich mit Dramaserien wie Die Sopranos oder Six Feet Under ging die Serie aus dem Weg und trug sich bei Preisverleihungen in der Kategorie "Comedy" ein. Die Rechnung ging auf, und die Serie wurde als beste Comedy mit dem Golden Globe geehrt.
Pro Sieben erhoffte sich von der vorstĂ€dtischen verheirateten Damenriege einen Ă€hnlichen Erfolg wie mit den groĂstĂ€dtischen Single-Frauen von Sex And The City. Die einstĂŒndigen Folgen liefen auf deren frĂŒherem Sendeplatz dienstags um 21.15 Uhr nach der Wiederholung von jeweils zwei Folgen von Sex And The City. Zuvor hatte der Pay-TV-Sender Premiere mit der Serie Neuland betreten, indem er die Folgen schon kurz nach ihrer US Ausstrahlung im Originalton gezeigt hatte.